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Personalentwicklung und Berufliche Bildung

Transfer von Erfahrungswissen

Neben der formalen Aus- und Weiterbildung ist die individuell angeeignete Erfahrung im Arbeitsprozess ein wesentlicher Bestandteil beruflicher Kompetenz. Die zunehmenden Auswirkungen des Fachkräftemangels erfordern eine systematische Erschließung, Explikation und Transfer dieses Erfahrungswissens.
Zusammen mit der Universität Magdeburg entwickelt und erprobt BIT Modelle und Methoden, um erfahrungsbasiertes Wissen zu bearbeiten. Dabei steht der einzelne Mitarbeiter mit seinem Interesse an der Sicherung von Beschäftigungsfähigkeit ebenso im Fokus wie das Unternehmen mit dem Interesse an der Weiterentwicklung seiner Wettbewerbsfähigkeit.
Im Mittelpunkt stehen narrative Methoden wie das "Triadengespräch" zwischen erfahrenen Mitarbeitern, fachkundigen Novizen und Moderatoren. Hierdurch kann insbesondere der Wissensfluss zwischen erfahrenen Experten und neuen Mitarbeitern, aber auch zwischen Experten verschiedener Fachrichtungen gefördert werden.

Handlungsorientierte Lernformen

Die Förderung von Handlungskompetenz gilt heute als Leitziel der Berufsausbildung. Zunehmend wird der Begriff auch zur Zielbestimmung für die betriebliche Aus- und Weiterbildung herangezogen. Kompetenz bezeichnet den Lernerfolg in Bezug auf die Befähigung zu eigenverantwortlichem Handeln in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen.
Die Entwicklung von beruflicher Handlungskompetenz beruht auf handlungsorientierten Lernprozessen, bei denen Denken und Handeln eine integrative Einheit bilden. Das Planungs- und Entscheidungshandeln steht in enger Verbindung mit gegenständlich-praktischen und begrifflich-kommunikativen Aktivitäten der Lernenden.
Für die methodisch-didaktische Qualifizierung von Ausbildern und Dozenten bieten wir Schulungen zur handlungsorientierten Ausgestaltung von Seminaren an.

Einsatz neuer Medien

Der Erwerb handlungsorientierter Kompetenzen erfordert die Bewältigung realer Aufgabenstellungen aus der beruflichen Praxis. In diesem Zusammenhang stellt sich das Problem der Verfügbarkeit von entsprechenden Betriebsmitteln, Maschinen oder Anlagen.
Das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg hat einen Lösungsansatz entwickelt, mit dem die Bearbeitung realer Arbeitsaufgaben durch den Einsatz virtuell-interaktiver Modelle von Maschinen und Anlagen ermöglicht wird. Die Verwendung von Technologien der Virtuellen Realität (VR) macht es möglich, sämtliche Arbeitsabläufe im kleinsten Detail und als nachvollziehbare Prozedur abzubilden. Der Lernende kann sich Schritt für Schritt die Details, konstruktiven Zusammenhänge und Funktionalitäten der Bauteile oder Baugruppen erschließen.

Zusammen mit dem Fraunhofer IFF arbeitet BIT an der didaktischen Ausgestaltung von Lernumgebungen für die handlungsorientierte Qualifizierung von Fachkräften in der Inbetriebnahme, Bedienung und Instandhaltung.

Übergang Schule - Beruf

Der demografische Wandel führt unter anderem zu einem deutlichen Rückgang der Zahl der ausbildungsberechtigten Jugendlichen. Die Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 17 und 25 Jahren wird sich nach aktuellen Studien bis zum Jahr 2030 um etwa 20% reduzieren. Gleichzeitig wird der Trend zu höheren Bildungsabschlüssen anhalten und die Attraktivität neuer und aktualisierter Studiengänge zunehmen.
Der akute bzw. absehbare Mangel an Fachkräften führt allerdings nicht ohne Weiteres zu einer erhöhten Bereitschaft der Unternehmen, Absolventen der Hauptschule bzw. mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit auszubilden.
Hauptschüler mit und ohne Abschluss werden zu mehr als 50% bzw. 78% in das sogenannte "Übergangssystem" vermittelt. Erst mit einem mittleren Bildungsabschluss erhalten ca. 70% eines Jahrganges einen Ausbildungsplatz im Dualen System oder im Schulberufssystem. Absolventen mit Hochschulreife absolvieren hingegen zu mehr als 60% eine Ausbildung im Dualen System.
In diesem Zusammenhang arbeitet das BIT an Konzeptionen, die unzureichende Verzahnung von Maßnahmen der Berufsvorbereitung mit der Ausbildung mit Dualen System zu verbessern.

 

Ansprechpartner für Personalentwicklung und Berufliche Bildung: Wilhelm Termath