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Sie sind hier: : Willkommen . BIT . Unser Angebot . Sachverstand . Arbeits- und Gesundheitsschutz . BAAM Verfahren zur Ermittlung psychischer Belastungen
Beurteilung von Arbeitsinhalten, Arbeitsorganisation, Mitarbeiterführung und sozialen Beziehungen (BAAM®)

BAAM ist ein dreistufiges Verfahren, welches auf die Ermittlung und den Abbau psychischer Fehlbelastungen zielt.

Zunächst erfolgt ein Screening der betriebs- oder bereichsspezifischen Schwerpunktbelastungen mittels eines Fragebogens, der sich aus sieben Einzelbögen zusammensetzt:
  • Angaben zum Arbeitsplatz und zur Person (bereichs- bzw. tätigkeitsspezifisch)
  • Beurteilung der Arbeitsinhalte, der Arbeitsumgebung und der Arbeitsmittel
  • Beurteilung der Arbeitsorganisation
  • Beurteilung der Mitarbeiterführung und der sozialen Beziehungen
  • Angaben zu gesundheitlichen Beschwerden
  • Beurteilung der Zielerreichung des Arbeitsbereichs (bereichsspezifisch)
  • Besonders belastende und entlastende arbeitsbezogene Faktoren (offene Fragen)

In Arbeitsbereichen bzw. bei Tätigkeiten, bei denen personenbezogene Dienstleistungen im Mittelpunkt stehen, also z.B. in Call-Centern, Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, Schulen oder Vertriebstätigkeiten, kommt ein zusätzlicher Beurteilungsbogen mit speziell für solche Tätigkeiten entwickelten Fragen zum Einsatz.

Für Bildschirmarbeitsplätze steht optional ein Fragebogen zur Beurteilung der Software-Ergonomie zur Verfügung.

Die Beurteilungsbögen enthalten positive Aussagen über arbeitswissenschaftlich relevante Kriterien der Arbeitsgestaltung (Beispiel: "Meine Arbeitsaufgaben sind mir klar"). In einem ersten Schritt bewerten die Befragten, ob die jeweilige Aussage zutrifft oder nicht zutrifft. In einem zweiten und dritten Schritt werden die Befragten gebeten zu beurteilen, ob sie dieser Umstand belastet und die Erledigung der Aufgaben erschwert, oder ob das nicht der Fall ist. Denn auch Arbeitsmerkmale, die unter arbeitswissenschaftlichen Gesichtspunkten positiv gestaltet sein mögen, können unter Umständen belastend wirken.

Diejenigen Kriterien, die von einem großen Anteil der Befragten als kritisch eingestuft werden, bilden die Grundlage für die Detailanalyse von Schwerpunktbelastungen. Eine Gruppe von in der Regel sechs bis acht Mitarbeitern einer Hierarchiestufe geht diesen Belastungen unter Anleitung eines Moderators auf den Grund und entwickelt Lösungsideen zum Abbau belastender Bedingungen. Die Erfahrungen zeigen, dass in dieser vier- bis sechsstündigen Sitzung eine Vielzahl konstruktiver Ideen entwickelt werden, die dann den Entscheidungsträgern zum Maßnahmenentscheid vorgelegt werden. 

In einem Steuerungskreis, der sich aus entscheidungsbefugten Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern sowie aus betrieblichen Fachexperten zusammensetzt, erfolgt die abschließende Beurteilung von Gefährdungen und Fehl-Belastungen. Ein verbindlicher Maßnahmenplan zur Reduzierung psychischer Belastungen bzw. zur Stärkung gesundheitsförderlicher Faktoren wird entwickelt und verabschiedet.

Die Beteiligung der Mitarbeiter, die Transparenz des Verfahrens und bewährte Verfahrensregeln (Mitbestimmung des BR/PR, Datenschutz, Verbindlichkeit, Information der Führungskräfte und Mitarbeiter) sichern eine hohe Akzeptanz im Betrieb sowie passgenaue Maßnahmen, die an den Verbesserungspotenzialen im Arbeitsbereich ansetzen.

BAAM ist einzeln oder in Kombination mit Expertenverfahren zur Ermittlung psychischer Belastungen einsetzbar und kann nach Einweisung auch ohne externe Unterstützung durchgeführt werden.

Hier können Sie sich einen Foliensatz mit weiteren Informationen zu BAAM herunterladen Foliensatz zu BAAM   ( ca. 825 KB).


In kleinen Betrieben mit weniger als 20 Mitarbeitern kann das Verfahren in Interviewform oder als Workshop in der Variante
Beurteilung von Belastungen aus Arbeitsprozessen / Störungsanalyse (BBAP)
durchgeführt werden.

Weitere Informationen: info@bit-bochum.de

Ansprechpartner: Robert Schleicher, Ralf Bellmann

BAAM ist ein Ergebnis des europäischen ADAPT-Projektes "Health and Safety at Work and Organizational and Personnel Development", das mit Mitteln des ESF und des Landes NRW gefördert wurde.
BBAP wurde für das Bonusprogramm für Arbeitgeber und Versicherte der IKK Nordrhein entwickelt.