Qualifikationsbedarfsanalyse

Eine Qualifikationsbedarfsanalyse erfasst auf der einen Seite die Qualifikationsanforderungen des Betriebes die erforderlich sind, um die Aufgabe am Arbeitsplatz oder im Arbeitssystem zu erfüllen und auf der anderen Seite die Fähigkeiten und das Potenzial der Beschäftigten.

Die daraus resultierenden Anforderungs- und Fähigkeitsprofile werden zusammengetragen. Der Betrieb ermittelt und benennt die Anzahl sowie die erforderliche Qualifikation der Beschäftigten für die Arbeitstätigkeiten in den Organisationseinheiten.

Dabei wird u.a. deutlich, ob es beispielsweise Engpassqualifikationen gibt, es also unter Umständen nur eine Person oder nur wenige Beschäftigte einen Arbeitsplatz besetzen können. Auf der anderen Seite wird aufgezeigt, über welche Qualifikationen und Potenziale die Beschäftigten verfügen, die unter Umständen nicht zum Einsatz gebracht werden können und somit für die Betroffenen die Gefahr besteht, dass diese Qualifikationen auf Grund mangelhafter Nutzung verkümmern oder veralten.

Unter Berücksichtigung der Altersstrukturanalyse kann auch deutlich werden, dass auf Grund des Alters von Beschäftigten die Gefahr besteht, dass wichtige Erfahrungsträger und damit Wissen verloren gehen, wenn nicht rechtzeitig Maßnahmen geplant und umgesetzt werden, damit weitere Beschäftigte die Tätigkeit erlernen und das Wissen erwerben.

Darüber hinaus ermöglicht die Qualifikationsbedarfsanalyse die Feststellung, welche Qualifikationen gefördert und entwickelt werden müssen, wenn erhöhte Anforderungen an die Flexibilität der Beschäftigten im Arbeitssystem gestellt werden. Betrachtet man die Qualifizierungen bzw. Weiterbildungen der letzten Jahre, wird weiter deutlich, ob Mitarbeiter/innen aller Altersstufen dabei berücksichtigt wurden.

Die bei den Beschäftigten vorhandenen Potenziale, insbesondere in der Sozial- und Methodenkompetenz, können bei betrieblichen Umstrukturierungsprozessen wichtige Hinweise für Arbeitsplatzbesetzungen geben. Eine beteiligungsorientierte Qualifikationsbedarfsanalyse umfasst die folgenden Schritte:

  • Als erster Schritt erfolgt die Beschreibung betrieblich notwendiger Qualifikationen (aktuell und zukünftig).
  • Parallel dazu schätzen die Mitarbeiter/innen ihr Können, Wissen und ihre Potenziale ein und geben ihre Qualifizierungsinteressen an und
  • die Vorgesetzten schätzen ihre Mitarbeiter bezüglich deren Können, Wissen und Qualifizierungspotenzial ein.
  • Im Anschluss daran führen Mitarbeiter und Vorgesetzte gemeinsam Abstimmungsgespräche zu den Einschätzungen und einigen sich auf eine gemeinsame Sicht (Kompetenzstand und Qualifizierungspotenzial).
  • Unter Berücksichtigung der vorliegenden Erkenntnisse legen Geschäftsleitung, Vorgesetzte und Betriebsrat den betrieblichen Qualifizierungsbedarf fest (Soll-/ Ist- Vergleich) und
  • Geschäftsleitung, Vorgesetzte und Betriebsrat stimmen eine Prioritätenliste für Qualifizierungsmaßnahmen ab, die anschließend systematisch geplant und umgesetzt werden.

Ansprechpartner: Hans Szymanski, Andrea Lange